Festakt zum 100-jährigen Jubiläum

Festakt zum 100-jährigen Jubiläum des Forster Winzervereins

Eine in jeder Hinsicht gelungene Festveranstaltung am 7. September 2018 bildete den Höhepunkt des Jubiläums, das schon während des Jahres in verschiedenen Veranstaltungen gewürdigt worden war. Die Forster Felix-Christoph-Traberger-Halle war festlich geschmückt und stimmungsvoll illuminiert; weiß gedeckte Tafeln und weiße Stuhlreihen luden die geladenen Gäste zum Verweilen ein; an den Wänden erzählten großformatige Fotos und Banner von der hundertjährigen Geschichte des Vereins.

Dietmar Bonn, seit dreißig Jahren Geschäftsführer, betonte in seiner Eröffnungsrede: „Was der Einzelne nicht vermag, das schaffen Viele. Unser Erfolgsrezept ist der Zusammenhalt unserer Winzer, ihr hohes Maß an Identifikation mit der Genossenschaft.“ Nicht ohne Stolz verwies er auf die sehr positive Geschäftsentwicklung und das Qualitätsstreben, das unter anderem durch acht Staatsehrenpreise des Landes Rheinland-Pfalz in Folge belohnt wurde. Etliche Geschäftspartner aus gehobenem Weinhandel und der Spitzengastronomie waren der Einladung gefolgt und demonstrierten ihre langjährige Verbundenheit mit unserem Haus.

Der pfälzische Weinbaupräsident Reinhold Hörner unterstrich in seinem Grußwort das hohe Qualitätsniveau unserer Weine, das sich in der großen Zahl der Prämierungen auf Landes- und Bundesebene niederschlägt. Ralf Schnippengerd als Vertreter des Genossenschaftsverbandes erinnerte unter anderem daran, dass Friedrich Wilhelm Raiffeisen, neben Hermann Schulze-Delitzsch einer der Väter des Genossenschaftswesens, in diesem Jahr 200 Jahre alt geworden wäre. Der FWV sei ein herausragendes Beispiel dafür, wie der Genossenschaftsgedanke in die Tat umgesetzt wurde. Im Auftrag des Genossenschaftsverbandes überreichte Herr Schnippengerd Herrn Bonn eine Jubiläumsurkunde, die dieser stellvertretend für den FWV in Empfang nahm. Der Forster Ortsbürgermeister Bernhard Klein stellte den Winzerverein als einen der erfolgreichsten Weinbaubetriebe des Weinortes Forst mit seinen weltbekannten Weinlagen heraus. Seine Familie fühlt sich mit dem FWV auf besondere Weise verbunden, da sie ihr renommiertes Weingut Mossbacherhof seit 20 Jahren dem Winzerverein verpachtet hat, der eine eigene Selektionslinie Mossbacherhof vermarktet.

Andreas Doppler, der als Moderator durch den Abend führte, ging zunächst auf die schwierige Lage der Winzer vor 100 Jahren ein und schilderte an Beispielen die wechselvolle Entwicklung der Genossenschaft, den Erwerb des Winzerhauses 1925, die wesentlichen Erweiterungsbauten, die Ausweitung der Weinbergsflächen, die Investitionen in die Kellertechnik und die noch laufende Neugestaltung der Verkaufsräume. In seiner lockeren Art kündigte er die einzelnen Redebeiträge und Unterhaltungseinlagen an.

Dabei ist vor allem der Auftritt des Flötenvirtuosen Gabor Vosteen zu erwähnen. Dieser brachte es fertig, mit bis zu fünf Flöten gleichzeitig mehrstimmig zu musizieren, wobei ihm seine klassische Hochschulausbildung zugute kam. Seine pantomimischen Einlagen rissen das Publikum zu Begeisterungsstürmen hin, vor allem als er einzelne Gäste auf die Bühne bat, ihnen jeweils eine Flöte in die Hand drückte und sie zu einem urkomischen Orchester verband.

Holger Spindler vom Karnevalsverein Uno aus Waldsee stellte in Frack und Zylinder einen Winzer vor hundert Jahren dar. Auf einen Spazierstock gestützt, berichtete er in bewusst schnoddriger Art von den Sorgen und Mühen der damaligen Weinbauern. Sein Vortrag in der Art einer Büttenrede endete nach jeder Strophe mit dem Ausruf „In vino veritas“, wobei er jedes Mal dem Publikum zuprostete. Daran schloss sich jeweils eine Bauernregel oder eine Lebensweisheit an, z. B.: „Wer im Friehjohr ääner hebt, hot de Winter iwwerlebt.“ Im Lauf des Vortrags, der immer wieder den Riesling, den König unter den Forster Weinen hervorhob, kam eine nicht geringe Zahl geleerter Gläser zusammen, was der Rede aber keinen Abbruch tat; vielmehr schien jeder Schluck zu neuen Gedankenspielen anzuregen.

Die Stuttgarter Saloniker unter der Leitung von Patrick Siben begleiteten den Abend musikalisch und sorgten für beste Stimmung. Das begann schon während der Hallenöffnung mit einem improvisierten Standkonzert im Freien mit Märschen aus der „alten Zeit“. Zwischen den Redebeiträgen erinnerte das etwa zehnköpfige Ensemble mit beschwingter Musik an die Zeit von Johann Strauß. Geigen und Kontrabass, verschiedene Bläser und Patrick Siben am Klavier bzw. dem Akkordeon versetzten die Zuhörer in die Zeit der Salon- und Kaffeehausmusik. So etwa dürfte es sich auch angehört haben, als der Winzerverein in den Zwanziger Jahren Sonntags zum Tanz einlud. Während des reichhaltigen Buffets verwöhnten die Musiker mit dezenter Hintergrundsmusik und im weiteren Verlauf des Abends auch mit Stimmungsliedern, die zum Schunkeln und Mitsingen einluden. Der Dirigent gönnte sich kaum eine Pause und mischte sich nach dem Ende des offiziellen Teils mit seinem Akkordeon unter die Festgäste, was die Stimmung weiter anheizte.

Natürlich war bestens für das leibliche Wohl gesorgt. Das Event- Team „delta‘s finest“ um Martin Hetterich verwöhnte die Gäste mit ausgesuchten Vorspeisen, einem abwechslungsreichen Menubuffet und bis spät in die Nacht mit Desserts und Käsevariationen. Es war auch mit verantwortlich für die festliche Ausgestaltung der Halle. Mitglieder der Karnevalsgarde Uno bedienten die Gäste aufmerksam und routiniert; sie achteten auch darauf, dass die Getränke, vor allem die Jubiläumsfüllungen des Winzervereins, immer ausreichend vorhanden waren.

Der Vorstandsvorsitzende Andreas Wenser beschloss den offiziellen Teil der Veranstaltung mit dem Dank an die Gäste und alle, die zum Gelingen des Abends beitrugen. Er wies auch auf die Festschrift hin, die der Aufsichtsratsvorsitzende Werner Lucas zum Jubiläum erstellt hatte und die zur Mitnahme auslag. Die Besucher ließen den Abend ausklingen bei gutem Forster Wein und dem reichhaltigen Buffet. Viele traten erst spät in der Nacht den Heimweg an. Zahlreiche Rückmeldungen in den nächsten Tagen bestätigten dem Organisationsteam um Barbara Bonn, dass der Festakt eines hundertjährigen Jubiläums mehr als würdig gewesen war.

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